Domainkauf – Worauf unbedingt zu achten ist

Heutzutage sind unberührte Domains eine Seltenheit geworden. Die meisten Domains, die ein Wort aus dem Wörterbuch enthalten, oder einen gängigen Namen beinhalten könnten bereits einen oder mehrere Besitzer gewechselt haben. Können Sie sich blind auf Ihre Vorgänger verlassen?

Die bittere Erkenntnis, dass die begehrte Domain total überteuert ist, oder von Google auf immer und ewig verbannt ist, kommt dann erst oft, wenn es zu spät ist.

Dieser Beitrag soll die meist verbreiteten Tricksereien von Domainbetrügern offenstellen und eine Checkliste bieten, die eigentlich bei keinem Domainkauf fehlen sollte.

1. Die Domain ist von Google verbannt oder hat andere Spam Probleme

Matt Cutts sendet diesbezüglich eine (für seine Verhältnisse) klare Botschaft: Finger weg von Spam Domains!

Fazit: Eine von Google verbannte Domain wieder zu rehabilitieren könnte sich als äußerst schwierig oder gar unmöglich erweisen.

Daher gilt: Vorsicht statt Nachsicht.

Mit folgenden Schritten können Sie sicherstellen, dass die Domain die Sie kaufen „koscher ist“.

Falls sie eine bestehende Domain kaufen, stellen Sie sicher, dass diese indexiert ist.

Das überprüfen Sie ganz einfach indem Sie „site:domainname.com“ in Google eingeben:

Prüfen, ob eine Domain bei Google indexiert ist

Wird die Domain die Sie interessiert derzeit nicht verwendet, sollten Sie sich einen Überblick über deren Geschichte verschaffen. Am einfachsten geht das über das Webarchiv (http://archive.org/web/web.php).

Tippen Sie einfach den Domainnamen ein um zu sehen wie die Domain vorher ausgesehen hat.

Sie können die Versionen der Homepage nach Kalendertag abrufen:

Wayback Machine bei archive.org

Falls die Domain in der Vergangenheit fragwürdige Inhalte angeboten hat, ist das ein potentielles Risiko.

Risikothemen inkludieren:

  • Payday Loans
  • Viagra
  • Wunderheilmittel
  • Schnell Abnehmen

Selbst wenn die Inhalte inzwischen nicht mehr online sind bleibt die Strafe in Google meist weiterhin bestehen.

Hilfreich ist es auch zu überprüfen ob die Domain nicht als Spam eingetragen ist.

Das kann man ganz leicht auf folgenden Webseiten tun:

  • Bei Spamhouse Project kann man unkompliziert feststellen, ob die Domain schon mal durch Spam auffällig gewroden ist.
  • Bei Bitdefender TrafficLight können Sie überprüfen ob auf der Domain Malware gehostet wurde.

2. Gefälschter PageRank

Oft verfallen Webmaster der Versuchung eine sogenannte „Aftermarket Domain“ mit bestehendem PageRank zu kaufen. Diese Domains locken mit bestehenden Backlinks und versprechen hohes Suchmaschinenranking. Doch diese Abkürzung kann teuer kommen.

Betrügerische Domainhändler nutzen eine Lücke im PageRank System aus, um hohen PageRank zu simulieren. Dabei wird eine reale Webseite mit vielen Backlinks via 301 auf eine neue PageRank 0 Domain weitergeleitet. Dabei wird der PageRank ebenfalls weitergeleitet.

Nach dem Domainkauf wird die Weiterleitung der realen Domain aufgehoben, und der Vorgang mit einer anderen frischen Domain wiederholt.

Glücklicherweise kann man solchen betrügerischen Angeboten leicht aus dem Weg gehen.

Am besten zieht man hierzu ein Backlinkanalyse Tool (wie z.B. ahrefs.com) heran um zu sehen, ob die Domain wertvolle Backlinks hat, oder ob sehr viele Weiterleitungen zu der Domain bestehen.

Faustregel: Eine Domain mit PageRank 7 sollte zehntausende Backlinks haben und nicht nur zwei.

3. Gefälschter Traffic

Domainauktionshäuser sind ein beliebtes Ziel von Traffic Betrügern. Oft wird dabei ein außergewöhnlich hoher Traffic beworben, der allerdings oft auf automatische Weise entstanden ist, und nicht durch den Mehrwert der Webseite.

Black Hat Domain Händler wenden die verschiedensten Tricks an um Traffic zu simulieren:

  • Die Domain wird bei einer anderen trafficstarken Domain in einem 1px*1px großen Iframe eingebunden und „mitgetragen“.
  • Die Domain wird in verschiedene Automatische Traffic-Tauschplattformen eingetragen. Dabei werden Besuche auf der Homepage durch ein automatisches Programm durchgeführt.

Was man dagegen tun kann:

Wenn man eine Domain wegen des Traffics ersteigert, sollte man nachhaken wo genau der Traffic herkommt.

  • Rankt die Domain für kompetitive Suchbegriffe in Google?
  • Wird die Domain durch Adwords oder Banner Werbung beworben?
  • Sind die Inhalte der Domain nützlich genug, um den beworbenen Traffic zu generieren?

Bei solchen Geschäften sollte man sich am ehesten auf den Hausverstand verlassen. Wenn ein Angebot zu gut erscheint um wahr zu sein ist es das auch oft.

Whois Abfrage

Über eine einfache Whois Abfrage können Sie herausfinden wer der eigentliche Besitzer einer Domain ist.

Wenn der Name des Domain Verkäufers nicht mit dem Namen im Whois Eintrag übereinstimmen, kann das ein Indiz für Verschleierung sein. Es ist möglich, dass ein Betrüger versucht Domains zu verkaufen, die er gar nicht besitzt.

Verlangen Sie bei Zweifel immer eine Verifizierung im HTML Code im Kopfbereich der Homepage vor (z.B. ein HTML Kommentar, das als Verifizierung eingefügt wird und einen bestimmten Code enthält).

Checkliste:

  • Ist die Domain indexiert? (Recherche auf Google mit „site:example.com“)
  • Waren auf der Domain jemals Spam oder fragwürdige Inhalte? (Recherche auf web.archive.org)
  • Ist die Domain in Spamverzeichnisse eingetragen? (Recherche auf www.spamhaus.org)
  • Whois Abfrage

 

Hinweis: Bei diesem Beitrag handelt es sich um einen Gastartikel

 

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Der Beitrag wurde am Dienstag, den 17. September 2013 um 17:38 Uhr veröffentlicht und wurde unter Internet, SEO, Suchmaschinen abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.

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